Eine kleine Keniareise

So, 2011-10-23 20:37 by ichbins
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Wir (meine Freundin und ich) hatten ursprünglich vor, für ein verlängertes Wochenende in eine europäische Hauptstadt zu fliegen. Kurzentschlossen überlegten wir es uns anders und buchten an einem Dienstag Abend eine einwöchige Flugreise nach Kenia, die am Samstag darauf, d.h. nur 4 Tage später, losgehen sollte. Somit verblieben uns nur wenige Tage, um eine mehrtägige Safari und die Hotels für vorher und hinterher zu buchen.

Die nächsten Tage waren etwas stressig. Die beiden Hotels für vor und nach der Safari waren mittels des Internets schnell gebucht. Zudem mussten wir uns in den Tagen auch noch einen bzw. zwei Reiseführer kaufen. In den Reiseführern waren einige Safariunternehmen und deren Webadressen angegeben. Wir kontaktierten mehrere Anbieter und bekamen oft schon innerhalb von wenigen Stunden eine Antwort. Nach kurzem Hin und Her waren die Modalitäten der Safari geklärt; bezahlt wurde per Kreditkarte. Mittlerweile war bereits Donnerstag Nachmittag und am Sonntag sollte die Safari losgehen.

Nachdem nun die Safari und die Hotels vorher und hinterher (in Nairobi) gebucht waren, konnten wir uns auf das Packen der Koffer konzentrieren.

Am Samstag in aller Hergottsfrühe ging es los; auf nach Nairobi, Kenia. Nach kurzem Zwischenstopp in Paris kamen wir gegen Abend in Nairobi an.

Bei der Einreise hatten wir zuerst ein falsches Formular, das uns unsere Fluggesellschaft gegeben hatte. Zudem wurden wir negativ davon überrascht, dass bei der Einreise uns alle 10 Fingerabdrücke digital abgenommen werden, wie einem Schwerstverbrecher.

Nachdem wir die Einreise hinter uns gebracht hatten und die Koffer geholt hatten, ging's ins Hotel.

Am nächsten Morgen sollte uns das Safariunternehmen um 8.00 Uhr im Hotel abholen. Um 8.15 Uhr war immer noch niemand weit und breit zu sehen. Bei der Kontaktnummer hob niemand ab. Nach weiteren bangen Minuten, da wir die Safari im Voraus bezahlt hatten, gaben sich zwei Leute in der Lobby als Mitarbeiter des Safariunternehmens zu erkennen. Wir hatten eigentlich erwartet, dass sie uns auf uns zukommen und nicht umgekehrt. Aber „this is Africa“.

Dann ging die Safari los. Wir hatten zu zweit einen Minibus für uns. Unser Fahrer Michael war sehr nett und wusste sehr viel. Wir besuchten in den folgenden Tagen Lake Nakuru, Lake Naivasha und schließlich für 3,5 Tage Masai Mara.

Über die Safari könnte man viel schreiben. Ich will es jedoch bei drei Bildern belassen. Die Safari war sehr schön und aufregend. Wir haben die „Big Five“ gesehen; dabei gleich am ersten Tag einen Leopard (und danach nie wieder). Die Lodges, in denen wir übernachteten, war sehr luxuriös. Die Safari war auch dementsprechend teuer. Jedoch war sie ihren Preis wert.

Das Essen in den Lodges war immer sehr lecker und hygienisch einwandfrei.

Die letzten 1,5 Tage unseren Urlaubs verbrachten wir in Nairobi, bevor es am Samstagabend wieder zurück nach Deutschland ging. Nairobi ist recht interessant, aber nicht ungefährlich (dies gilt auch tagsüber außerhalb des Central Business District). Wir hatten eine sehr unangenehme Erfahrung mit einer Marktfrau, wodurch wir in einen „Bata“-Schuhladen fliehen mussten. Mit Hilfe der Polizei, die sehr freundlich war, konnten wir die Sache letztendlich klären.

Insgesamt war die Reise sehr schön und traumhaft. Wir sind Ende Juni gereist, d.h. in der Vorsaison, nicht in der absoluten Nebensaison. Die Nationalparks waren noch angenehm leer. Das Wetter war recht kühl für Afrika, so dass man fast immer mit T-Shirt plus Sweatshirt, morgens und abends auch noch zusätzlich mit Jacke, herumlaufen musste.

Da wir sowohl die Safari (incl. der Unterkünfte während der Safari), als auch die Hotels vorher und nachher von Deutschland aus gebucht hatten, war die Reise schon fast eine Pauschalreise.

Fazit:

  1. Auch mit nur einer 4-tägigen Vorbereitungszeit lässt sich eine Keniareise planen. (Dies gilt natürlich nur, wenn man die entsprechenden Impfungen bereits hat, denn in so kurzer Zeit lassen sich diese natürlich nicht nachholen.)
  2. Auch eine einwöchige Reise nach Kenia mit 5,5 Tagen Safari lohnt sich.

G. und P.

Bild von Hans-Georg

Danke für den Reisebericht!

So, 2011-10-23 21:01 by Hans-Georg

Ich hatte meine Bekannten bei der Planung ein bisschen beraten.

Für diejenigen, die auch einmal eine solche Reise machen möchten, will ich noch hinzufügen, dass die Impfungen nicht vorgeschrieben sind, sondern nur empfohlen. Man könnte auch ohne sie reisen. Das Risiko, auf einer so kurzen Reise zu erkranken, ist ziemlich niedrig, wesentlich niedriger, als wenn man zu Hause bleibt. (Deshalb sind Auslands-Krankenversicherungen im ersten Jahr so billig.)

Der Juni trägt in der Gegend um Nairobi auch den Namen "Grey Days", weil nachts und vormittags oft eine geschlossene Wolkendecke auftritt und es daher kühl bleibt. Aber auch zu anderen Jahreszeiten ist es im Hochland nicht wirklich heiß. In der Regel erreichen die Temperaturen selbst in der größten Mittagshitze noch keine 30°C. Nur an der Küste und weiter nördlich wird es etwas wärmer.

Ich hatte schon immer vermutet, dass eine Kurzreise nach Kenia keine schlechte Idee ist, zumal sie für uns Europäer mehrere Vorteile hat:

  • Die Flüge sind nicht zu lang (6.000 km) und relativ billig zwischen €400 und €800 zu haben. Man kann z.B. morgens abfliegen und abends ankommen oder umgekehrt.
  • Die Zeitverschiebung beträgt nur ein oder zwei Stunden—kein Jet-Lag.
  • Das kenianische Hochland hat ein sehr angenehmes Klima.
  • Die Strecken zwischen den Naturschutzgebieten sind nicht zu lang, so dass man nicht den halben Urlaub im Auto verbringen muss.
  • Die Unterkünfte genügen unseren Anforderungen und sind, verglichen mit Hotels in Deutschland, billig, wenn man bedenkt, dass sie den Luxus (geräumige Unterbringung mit allen Annehmlichkeiten eines Hotels, Fünf-Gänge-Dinner, Swimmingpool, usw.) mitten im Busch, fernab der Zivilisation, anbieten.

Jedenfalls vielen Dank für den Reisebericht und die Fotos!

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